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Die Region München

Die Europäische Metropolregion München (EMM)  mit etwa 4,65 Mio. Einwohnern geht weit über die Grenzen des regionalen Planungsverbandes, des "Planungsverbandes Äußerer Wirtschaftsraum München" und des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV), der für die Organisation und Koordination des regionalen Personennahverkehrs in München zuständig ist, hinaus.

Die Initiative EMM wurde als eine überregionale Kooperation, deren Akteure durch gemeinsame Projekte die Attraktivität des Großraums München im globalen Wettbewerb der Regionen zu steigern suchen, im Mai 2007 gegründet. Am 06. Februar 2009 ist die Initiative im Verein Europäische Metropolregion München e.V. aufgegangen. Mitglieder der Kooperation sind nicht nur Gebietskörperschaften, sondern auch Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung.

Aufgrund der immer größeren Verflechtungen im Bereich Verkehr und Mobilität ist das Gebiet der EMM die räumliche Bezugsgröße für "effizient mobil". Eine offizielle Verankerung des Themas Mobilitätsmanagement als Aufgabe der EMM geht damit aber zunächst nicht einher, soll aber für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden.

Das Potenzial für effiziente Mobilität in München

Die EMM gehört zu den Wachstumsregionen in Deutschland. Mit BMW und Audi haben zwei prominente Automobilhersteller ihren Sitz in der EMM. Eine hervorragende Verkehrsinfrastruktur, ein gelungener Branchenmix und eine hohe Lebensqualität sind Standortfaktoren, die sich zu hoher Wettbewerbsfähigkeit verbinden.

Dennoch gibt es auch in der EMM und dort v.a. im Ballungsraum München massive Mobilitäts- und Verkehrsprobleme. In den Hauptlastzeiten im Berufspendelverkehr, aber auch zu saisonalen Höhepunkten im Freizeitverkehr stoßen Straßen- und Schieneninfrastruktur immer öfter an ihre Grenzen - mit allen negativen Auswirkungen. Besondere Probleme finden sich im Bereich der Erschließung des Flughafens, in der Überlastung des Autobahnnetzes sowie in der Überlastung und Störanfälligkeit der S-Bahn-Stammstrecke mit Auswirkungen auf den gesamten S-Bahn-Verkehr in der Region. Für alle großen Problembereich sind z.T. äußerst investitionsintensive Ausbaulösungen in der Diskussion.

Im Bemühen um eine moderne Mobilitäts- und Verkehrspolitik hat insbesondere die Stadt München Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz als oberste Prinzipien der Stadtentwicklung und Mobilitätspolitik verankert. Die Siedlungsstruktur entspricht dem Leitbild der Stadt der kurzen Wege und unterliegt dem Motto "Kompakt-Urban-Grün" mit hohen Dichten um die ÖV-Haltepunkte. Das ÖV-Angebot gehört zu den besten weltweit. Für den Radverkehr wurde eine Offensive gestartet mit dem Ziel dessen Anteil am Modal Split von 10 auf 15% zu erhöhen. Dazu gehört die massive Steigerung der Investitions- und Personalressourcen, die Definition von Leuchtturmprojekten zur Lösung besonders schwieriger Konfliktfälle im Straßenraum sowie eine Fahrradmarketingkampagne. Innerhalb des Mittleren Rings wird der Parkraum flächendeckend bewirtschaftet. Für den KFZ-Verkehr gibt es selektive Zufahrtsbeschränkungen (Umweltzone, LKW-Durchfahrtsverbot).

Mobilitätsmanagement in München

Besonders weit entwickelt ist das Münchner Mobilitätsmanagement. Bereits in den Jahren 1998 bis 2003 wurden im Rahmen des BMBF-Forschungsprojekts MOBINET erste Ansätze des Mobilitätsmanagements als Teil des Arbeitsbereichs D "Innovative Konzepte für die mobile Gesellschaft" entwickelt, umgesetzt und evaluiert. Hierzu gehörte das betriebliche Mobilitätsmanagement im städtischen Vermessungsamt ebenso, wie die Übertragung des Walking Bus aus England an die Isar im Rahmen des Teilprojekts MOBIKIDS oder auch Erprobungen von Telearbeit und E-Commerce-Ansätzen zur Verkehrsvermeidung und -verlagerung. Im Anschluss wurde in der Verwaltung ein hauptamtlicher Koordinator Mobilitätsmanagement für die Stadt München eingestellt. Er erarbeitete zusammen mit allen relevanten Partnern ein ambitioniertes Gesamtkonzept, das am 13.12.2006 vom Stadtrat beschlossen und am 15.3.2008 fortgschrieben wurde. Insgesamt stellte die LH München gemeinsam mit ihren Partnern rund 1,5 Mio. Euro an Mitteln zur Verfügung, davon 1 Mio. unbefristet für jährlich wiederkehrende Aufgaben und 0,5 Mio. Euro zur Erforschung und Erprobung von neuen Ansätzen im Rahmen von Pilotprojekten.

Die folgende Abbildung zeigt die wesentlichen Element des Mobitätsmanagements in München:

Mobilitätsmanagement in München
 

Das regionale Netzwerk in München

Viele Maßnahmen lassen sich ausschließlich oder zumindest wirkungsvoller im regionalen Kontext umsetzen. Unter dem Dach von "effizient mobil" können nun die bestehenden regionalen Ansätze zusammengeführt und koordiniert werden. Herr Dr. Schreiner von der Landeshauptstadt München ist der regionale Koordinator für die Region München. Er ist für die strategische Ausrichtung der Aktivitäten verantwortlich und koordiniert die Kontakte zu den Akteuren. Herr Tobias Kipp von der Firma team red übernimmt fachliche und organisatorische Aufgaben bei der regionalen Umsetzung des Aktionsprogramms.

Aus der Region gibt es bereits zahlreiche Interessensbekundungen zur Zusammenarbeit im Bereich Mobilitätsmanagement, dazu gehören neben der Stadt München:

  • Städte, Gemeinden und Landkreise aus der Region
  • Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), die S-Bahn München und der Münchner tarif- und Verkehrsverbund (MVV)
  • Interessensverbände wie zum Beispiel ADAC, ADFC, Fuß e.V.
  • Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen z.B. die CarSharing-Anbieter, die örtliche Münchner Mitfahrzentrale für Pendler (Mifaz) oder die Portal München Betriebs GmbH als Betreiber des Mobilitätsportals www.muenchen.de/mobil .
  • Zahlreiche Unternehmen sowie die IHK und City-Partner München als Vertreter des Einzelhandels der Innenstadt
  • Gewerkschaften
  • Berater und Forschungseinrichtungen
  • Spezielle Institutionen für bestimmte Themen, wie z.B. der Seniorenbeirat der LH München oder die Kinderbeauftragte