www.effizient-mobil.de www.dena.de

Bundesweiter Wettbewerb

Best Practice im Mobilitätsmanagement

Leihräder
pixelio.de (@Gabi Schönemann)

Vorreiter ausgezeichnet.

Mobilitätsmanagement wird in Deutschland bislang erst vereinzelt praktiziert. Diese Vorreiter wurden eingeladen, am bundesweiten Wettbewerb für Best-Practice-Projekte im Mobilitätsmanagement teilzunehmen.

Die Prämierung der Gewinner fand öffentlichkeitswirksam im Rahmen des Jahreskongresses "energie.effizient.mobil."  am 23. und 24. Juni 2009 in Berlin statt. Die Preisverleihung wurde darüber hinaus von einer bundesweiten Pressearbeit begleitet und die Preisträger sowie ihre Leistungen so einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht. (Pressemitteilung) 

In der Kategorie betriebliches Mobilitätsmanagement hat das Uniklinikum Freiburg  den Wettbewerb für sich entschieden. Überzeugt hat die Jury eine sehr innovative Parkraumbewirtschaftung, in der 30 Prozent der Einnahmen in die Finanzierung von Jobtickets und ein Bonussystem fließen, das diejenigen belohnt, die auf einen Parkplatz verzichten. Darüber hinaus wurden die Fahrradabstellplätze ausgebaut sowie eine Mitfahrbörse und Mobilitätsberatung für die Beschäftigten eingeführt. Den zweiten Preis in dieser Kategorie erhielt die Lincoln AG  in Walldorf, die sehr effektiv die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen fördert. Zudem hat das Unternehmen eine neue standortnahe Haltestelle gebaut. Die Verwaltung der Region Hannover  wurde für ein sehr breites Bündel von Maßnahmen, das vom Jobticket bis zur Fahrradförderung reicht, mit dem dritten Platz ausgezeichnet.

In der Kategorie kommunales Mobilitätsmanagement gewann die bayerische Landeshauptstadt München , die schon seit Jahren ein umfassendes kommunales Mobilitätsmanagement betreibt. Die Maßnahmen reichen vom innovativen Marketing für den öffentlichen Nahverkehr bis zur Mobilitätsberatung speziell für Unternehmen. Die Stadt Dortmund  konnte sich den zweiten Platz mit der Verknüpfung von Stadtplanung und Mobilitätsmanagement, der Reduzierung des Individualverkehrs zu und von den Schulen und gezielten Maßnahmen unter anderem für die Beschäftigten der Stadtverwaltungen sichern. Über den dritten Platz in dieser Kategorie hat sich die Stadt Brühl  gefreut, die vor allem auf den Verkehrsträger Fahrrad und vielfältige Kommunikations- und Serviceangebote setzt.

Wer konnte teilnehmen, und welche Projekte konnten eingereicht werden?

Teilnahmeberechtigt waren Kommunen und Betriebe (inkl. kommunaler Betriebe), die an ihrem Standort Mobilitätsmanagement-Maßnahmen bereits erfolgreich durchgeführt haben oder noch durchführen. Der Standort muss zudem in Deutschland liegen.

Eingereicht werden konnten alle Mobilitätsmanagement-Projekte, die zum Zeitpunkt des Teilnahmeschlusses am 31. Mai 2009 umgesetzt waren oder deren Umsetzung läuft. Als Mobilitätsmanagement-Projekt gelten Einzelmaßnahmen oder Maßnahmenpakete, die gleichermaßen

  • das Ziel verfolgen, Pkw-Alleinfahrten entweder auf den Umweltverbund (ÖV, Fahrrad, Fahrgemeinschaften, CarSharing) zu verlagern oder ganz zu vermeiden (z.B. durch Telearbeit oder Online-Konferenzen),
  • an einem einzelnen Standort umgesetzt werden (Betrieb oder Kommune),
  • auf die Mobilitätsbedürfnisse einer spezifischen Zielgruppe zugeschnitten sind (z.B. Beschäftigte, Bürger, Kunden oder Schüler) auf Basis einer entsprechenden Bedarfsanalyse konzipiert und umgesetzt wurden bzw. werden,
  • sich eines Mixes vorwiegend "weicher" Instrumente bedienen, d.h. Instrumente aus den Bereichen  Kommunikation, Koordination, Organisation und Service, und
  • mehrere relevante Akteure vor Ort einbeziehen.

Die Preisträger wurden nach folgenden Kriterien ausgewählt:

  • Wirkung der Maßnahmen. Die Effektivität des Mobilitätsmanagements  wird hinsichtlich der Reduzierung des Anteils von Pkw-Alleinfahrten und der damit verbundenen Reduktion von CO2-Emissionen abgeschätzt.
  • Innovationscharakter und konzeptionelle Qualität. Wie gut sind die Maßnahmen auf die spezifischen Bedingungen des Standorts und die Mobilitätsbedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten?
  • Übertragbarkeit und Vorbildcharakter. Können andere Akteure von den Maßnahmen und ihrer Umsetzung lernen?

Mitglieder der Jury waren:

  • Mathias Samson, Referatsleiter Umwelt und Verkehr, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
  • Niels Hartwig, Referatsleiter Personenverkehr, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
  • Matthias Knobloch, Leiter Büro Berlin, ACE Auto Club Europa e.V.
  • Dr. Herbert Kemming, Leiter Forschungsfeld Regionalisierung, ILS - Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH
  • Prof. Dr. Dirk Vallée, Leiter des Instituts für Stadtbauwesen und Stadtverkehr, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen