Die Region Frankfurt RheinMain
Die Region Frankfurt RheinMain ist ein bedeutendes europäisches Industrie,- Finanz- und Dienstleistungszentrum. Die Region wird von zentralen Verkehrsachsen sowohl in Nord-Süd als auch Ost-West Richtung durchzogen. Mit dem Flughafen Frankfurt Rhein-Main verfügt die Region über einen bedeutenden intermodalen Verkehrsknotenpunkt, der zugleich mit rund 65.000 Beschäftigen der größte Arbeitsplatzstandort ist.
In der Region Frankfurt RheinMain leben derzeit rund 4,5 Millionen Menschen auf einer Fläche von 11.000 km². Mit einem Bruttoinlandsprodukt von gut 69.000 Euro pro Erwerbstätigem und 1,7 Millionen Beschäftigten stellt die Region eine der führenden Wirtschaftsregionen Deutschlands und Europas dar.
Die Städte Frankfurt am Main, Offenbach am Main, Darmstadt, Wiesbaden und Mainz sind der Kern der polyzentrisch organisierten Region. Hier leben rund 31% der Region Frankfurt RheinMain. Mit den zahlreichen Flächenlandkreisen ist ein ebenfalls starkes Umland vorhanden. Bedingt durch die sehr heterogene Raumstruktur weist die Region ein hohes Verkehrsaufkommen mit dispersen Verflechtungen sowohl im Berufs-, Einkaufs- und Freizeitverkehr auf.
Das Potenzial für effiziente Mobilität in der Region Frankfurt RheinMain
Täglich pendeln über 300.000 Beschäftigte allein nach Frankfurt. Ausgeprägte Pendlerströme gibt es darüber hinaus nach Darmstadt, Wiesbaden, Offenbach und Mainz. Die mittlere Pendelentfernung in Hessen beträgt rund 23 km, wobei Pendeldistanzen von bis zu 70 km für eine einfache Strecke bei den Einpendlern keine Seltenheit sind.
Rückgrat des Öffentlichen Personenverkehrs sind die derzeit 42 Linien im schienengebundenen Regionalverkehr sowie die Angebote im ÖPNV auf kommunaler und Kreisebene. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund verzeichnete im Jahr 2008 rund 655 Mio. Fahrgäste (RMV 2009).
Auch wenn die Region einen sehr hohen Ausbaustandard der gesamten Verkehrsinfrastruktur aufweist, sind Überlastungen im Straßenverkehr, Kapazitätsengpässe im regionalen und lokalen Öffentlichen Personenverkehr und Lücken im intermodalen Verkehrsangebot vorhanden.
Im Zuge des demographischen Wandels wird sich die Heterogenität der Region weiter ausdifferenzieren. Prognosen zufolge wird die Region weniger stark vom demographischen Wandel betroffen sein, als andere Regionen Deutschlands. Die Kernstädte wie auch das direkte Umland werden nicht oder nur geringfügig von Bevölkerungsrückgängen betroffen sein, während für die Flächenlandkreise und kleineren Gemeinden vorallem nach 2020 mit einer Bevölkerungsabnahme zu rechnen haben.
Bereits heute stehen die peripheren und ländlich geprägten Räume der Region vor der Aufgabe die Erreichbarkeit auch bei sinkender und einer zunehmend dispersen Verkehrsnachfrage sicherzustellen.
Mobilitätsmanagement in der Region Frankfurt RheinMain
Zur Sicherung der zukünftigen Mobilität setzt die Region Frankfurt RheinMain auf ein integriertes und intermodales Verkehrs- und Mobilitätsmanagement und verfolgt dabei einen breiten Ansatz der
- durch Beratung, Information und Kommunikation auf ein nachhaltiges und effizientes Mobilitätsverhalten der Bevölkerung hinwirken will,
- mit der Weiterentwicklung von Verkehrsangeboten und Mobilitätsdienstleistungen die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Verkehrsverhalten schafft,
- durch zielgruppenspezifische Angebote gekennzeichnet ist,
- und auf eine langfristige Verankerung im planerischen Handeln abzielt.
Leitziel ist dabei die Sicherung einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Mobilität für die Region Frankfurt RheinMain. Der Mensch steht dabei im Vordergrund.
"Verhaltensänderungen kann man nicht verordnen, Herz und Seele müssen angesprochen werden"
(Staatssekretär Güttler auf der Auftaktveranstaltung von "effizient mobil" am 21.04.)
Für die Koordination und Moderation dieser Aufgaben wurde durch die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz, sowie die kreisfreien Städten und Landkreise der Region Frankfurt RheinMain die ivm GmbH (Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain) gegründet. Gemeinsam mit Ihren Gesellschaftern und den regionalen Akteuren wird seither konsequent der Aufbau und die Weiterentwicklung eines regionalen Mobilitätsmanagementansatzes für die Region Frankfurt RheinMain erarbeitet.
Das Mobilitätsmanagement in der Region Frankfurt RheinMain basiert derzeit auf den Bausteinen
- Kommunale Mobilitätsmanagementkonzepte
- Mobilitätsmanagement an Schulen
- Betriebliches und gebietsbezogenes Mobilitätsmanagement
- Radverkehrsförderung
- Allgemeine Mobilitätsberatung
- Pendlerservices
- Neubürgerberatung
- Spezielle Angebote für Senioren
- Wohnungsbezogene Angebote
Darüberhinaus wird derzeit an einer stärkeren Einbindung des Mobilitätsmanagements in die Standortentwicklung gearbeitet. Die Stärkung der gesamten Nahmobilität als integrierter Planungsansatz steht im Kern der kommunalen Verkehrsentwicklung. Mit der Begleitung und Moderation von Prozessen zur Aufstellung von Verkehrsmanagement-/Verkehrsentwicklungsplänen, Mobilitätsmasterplänen und der gemeinsamen Arbeit in der Luftreinhalteplanung und Lärmminderungsplanung werden auch hier die Ansätze des Mobilitätsmanagements verstärkt eingebunden.
Die große Bandbreite an Themenfeldern wird durch die Beteiligung einer Vielzahl an Akteuren abgedeckt. Verantwortlich eingebunden sind hier in der Regel die Kommunen und Lokalen Nahverkehrsorganisationen.
Das regionale Netzwerk Frankfurt RheinMain
Gemeinsames Ziel aller Projekte zum Mobilitätsmanagement ist es, die Ansätze des Mobilitätsmanagements in der Region zu etablieren und in einen dauerhaften "Betrieb" zu überführen. Da Wirkungen einzelner Maßnahmen und singulärer Projekte in einem gesamtregionalen Kontext keine spürbaren und vor allem messbare Effekte erzielen können, wird die regionale Koordination auf einen umfassenden Mobilitätsmanagementansatz hinarbeiten.
Die regionale Koordinierungsstelle bietet eine Plattform für den Austausch und die Zusammenarbeit im Mobilitätsmanagement für die Region Frankfurt RheinMain.
Dies beinhaltet:
- Aufbau und Koordination regionaler, themenspezifischer Netzwerke
- Organisation und Durchführung von Veranstaltungen und Fachworkshops
- Erarbeitung von fachlichen und methodischen Grundlagen für die praktische Arbeit vor Ort
- Begleitung und Umsetzung von Mobilitätsmanagementprojekten in Kommunen und Evaluation
- Öffentlichkeitsarbeit und Information
Um das Thema Mobilitätsmanagement und die Förderung einer nachhaltigen Mobilität sowohl in der Politik, der Fachebene, bei den Aufgabenträgern und in der Bevölkerung zu fördern, ist der Aufbau eines gemeinsamen Marketingkonzeptes angedacht. Das Land Hessen hat mit der EPOMM-Mitgliedschaft ein deutliches Signal zum Mobilitätsmanagement gesetzt.