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Die Region Bremen

Das Zwei-Städte-Bundesland Bremen wird durch die zwei Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven gebildet. Bremen ist mit rd. 550.000 EW die zehntgrößte Stadt Deutschlands und bildet den Mittelpunkt der Europäischen Metropolregion Bremen/Oldenburg . Das 60 km weiter nördlich an der Wesermündung gelegene Bremerhaven hat 115.000 EW.

Die Struktur der Stadt Bremen und ihrer Verkehrsnetze wird durch ihre Lage an der Weser geprägt. Der Fluß teilt und verbindet die Stadt zugleich. Aus der Vogelperspektive zeigt sich die bandförmige Struktur mit einer Ausdehnung von rd. 40 km Länge entlang des Flusses. Die Kernstadt hat 450.000 EW, eine eigenes Zentrum bildet Bremen-Nord mit weiteren 100.000 EW, das dazwischenliegende, sich ca.10 km hinziehende Siedlungsband ist nur wenige Kilometer, an einigen Stellen sogar nur wenige hundert Meter breit.

Bremen ist Oberzentrum für einen großen, teilweise nur schwach verdichteten Umlandbereich. In einem Radius von 30 km leben weitere rd. 550.000 Menschen. 103.000 Menschen pendeln täglich zu ihren in der Stadt Bremen gelegenen Arbeitsplätzen, der überwiegende Teil davon mit dem Auto. 32.500 Bremer haben ihren Arbeitsplatz außerhalb der Stadtgrenzen (25.000 im Nds., 2400 in NRW, 1.800 in HH, 1400 in SH). Zwischen den Städten Bremen und Bremerhaven pendeln täglich rund 3.800 Menschen.
Im Einwohnerverkehr werden 41% aller Wege mit dem Auto, 17 % mit dem ÖPNV, 20 % zu Fuß und 22 % mit dem Fahrrad abgewickelt. An Werktagen beträgt die Summe aller Wege und Fahrten rd. 1,8 Mio. Kilometer.

Die Bremer Straßenbahn AG und die BremerhavenBus GmbH sind Partner im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN), einem Zusammenschluss von 38 Verkehrsunternehmen im Großraum Bremen. Das Tarifangebot umfasst u.a. ein Job-Ticket.

Das Potenzial für effiziente Mobilität in Bremen

Das Potential für die Organisation effizienter Mobilität in Bremen liegt ganz sicher in einer gewissen "Innovationsfreudigkeit", auch wenn diese allzu häufig durch die Haushaltsnotlagesituation des Landes gedämpft wird. Die Region entwickelt sich zunehmend zu einem Zentrum der Umwelttechnik und der Wissenschaft. Mit dem Technologiepark Universität-Bremen, der Airport-City und der Überseestadt (Stadtentwicklung in alten Hafenrevieren) hat Bremen fruchtbare Biotope für Innovatoren und Entwickler, die sich in einer beachtlichen Dynamik entwickeln. In der Nutzung des hier vorhandenen Know-Hows und in der Vernetzung der vorhandenen, potentiellen Akteure liegt ein deutliches Potential.

Positive Rahmenbedingungen ergeben sich teilweise auch durch den auf eine nachhaltige Stadtentwicklung orientierten Ausbau der Verkehrsinfrastrukturen, wie z.B. das Straßenbahnsystem, P+R, B+R, Parkleitsystem, Verkehrsmanagementzentrale, Radwegeinfrastruktur, um nur einige Aspekte zu nennen.
Zu den Rahmenbedingungen gehört aber auch, dass vor Ort die Automobilindustrie, als größter Arbeitgeber, ein großes Gewicht hat. Besondere Herausforderungen ergeben sich auch aus der Stadt-Umland-Konkurrenz (Wettbewerb um Kaufkraft, Gewerbeansiedlungen, Wohnstandorte) mit entsprechender Kompliziertheit der gemeinsamen Landesplanung Bremen/Niedersachsen. Die Stadtgrenze ist im Falle Bremens auch Landesgrenze, wer in Bremen arbeitet und außerhalb wohnt zahlt seine Einkommensteuer nicht in Bremen.

Besondere Herausforderungen an das Mobilitätsmanagement ergeben sich auch aufgrund wirtschaftlicher Schwerpunktsetzung beim Ausbau kombinierter Ladeverkehre (Straße-Schiene-Häfen) mit global positiver Wirkung (Stichwort Güterverkehrszentrum) aber lokal hohen Belastungseffekten und entsprechenden Anforderungen an Infrastrukturplanung, Verkehrswegebau (einschl. Straße) und Verkehrslenkung.

Zu den Rahmenbedingungen gehört auch, dass Bremen (insbesondere in Bremerhaven) eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit hat. Und Bremen hat nur noch wenige Konzernzentralen, d.h. die meisten in Bremen ansässigen großen Arbeitgeber gehören zu Unternehmen, deren Zentralen andernorts angesiedelt sind; insofern fallen die wesentlichen Unternehmensentscheidungen nicht vor Ort und sind auch nur bedingt von Bremen aus beeinflussbar.

Hoher Parkdruck in innerstätischen Gebieten, starker Einpendlerverkehr und die Tatsache, dass Bremen im Zuge der Luftreinhaltepolitik und Lämminderungsplanung gezwungen ist, in innerstädtischen Bereichen das Instrumentarium der Umweltzone anzuwenden, sind weitere Bestimmungsfaktoren für das Potential eines auf Effizienzverbesserung angelegten Mobilitätsmanagements in Bremen.

Mobilitätsmanagement in Bremen

Im Land Bremen laufen derzeit die Vorbereitungen für die Aufstellung des Aktionsprogramms Klimaschutz 2020. Um das von der Bundesregierung formulierte Ziel einer Reduktion der CO2-Emission um 40% mittelfristig erreichbar zu machen, wird vom Verkehrssektor ein relevanter Beitrag zur Emissionsminderung erwartet. Fast ein Viertel der CO2-Emissionen stammt aus dem Verkehrssektor, zu hohem Anteil aus dem motorisierten Straßenverkehr. Hier setzt Mobilitätsmanagement als Instrument zur Förderung innovativer Ideen für "nachhaltige Mobilität" und mit koordinierten Aktivitäten unter Einbeziehung unterschiedlicher Akteure an.

Das Mobilitätsmanagement bemüht sich um die Aktivierung bisher noch weitgehend ungenutzte Potenziale, um komfortable, intelligente und nachhaltige Mobilität zu organisieren. Hauptansatz ist dabei das verkehrsmittelübergreifende Marketing mit systematischen Informations- und Beratungsangeboten. Dies soll die Akteure dabei unterstützen, individuelle Mobilitätsbedürfnisse besser als bisher bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen - möglichst schon frühzeitig - zu berücksichtigen.

Die Zielorientierung tangiert unterschiedliche Bereiche von Ressourceneffizienz und Klimaschutz über Zeit-Ökonomie, Kostenreduktion, Umweltschutz und Gesundheitsförderung. Desweiteren zielt Mobilitätsmanagement auf die Verbesserung von Mobilitätsdienstleistungen für Einwohner und Pendler. Bei allem geht es um die Bündelung der vorhandenen und - soweit möglich - um die Stimulierung neuer Kräfte.

Bremen hat etliche günstige Anknüpfungspunkte für ein innovatives Mobilitätsmanagement. So gibt es langjährige Vorerfahrungen in Modellprojekten, vielfältige Initiativen im Zusammenhang mit einschlägigen EU-Programmen sowie eine aktive Förderung innovativer Maßnahmeentwicklungen durch den Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Stadtentwicklung (z.B. Mobilpunkte, Umweltladepunkt, Kooperationen von ÖPNV- und Carsharingbetreibern, Promotion-Kampagnen usw.). Einzelne Unternehmen und Behörden haben bereits erste Schritte unternommen, andere sind in der Überlegungs- oder Planungsphase. Viele der lokalen Mobilitätsdienstleister sind interessiert und motiviert, im Rahmen innovativer Konzepte ihre Ideen einzubringen und auch neue Wege zu gehen und Kooperationsmodell zu testen.

Die geplante Schwerpunktsetzung für die Aktivitäten in der Region Bremen sowie die anvisierte Anknüpfung an lokale Politik und Programmatik werden hier  beschrieben.

Das regionale Netzwerk in Bremen

Die auf Umwelt- und Klimaschutz bezogene regionale Netzwerkarbeit in Bremen ist derzeit sehr stark ausgeprägt und wird in vielfacher Hinsicht aktiv von der Umweltbehörde unterstützt. Insofern besteht für den Aufbau des regionalen Netzwerks im Rahmen von "effizient-mobil" eine fruchtbare Basis, auch im Hinblick auf die Etablierung eines nachhaltigen Mobilitätsmanagements über das aktuelle Projekt hinaus. Gleichzeitig werden hierdurch aber auch lokale Rahmenbedingungen gesetzt: Neue Netzwerkstrukturen können nur sinnvoll und erfolgversprechend (und ohne Irritation der potentiellen Zielgruppen) aufgebaut werden, wenn sie sich in das vorhandene Netzwerkgefüge integrieren lassen. Deshalb hat "effizient mobil" in Bremen eine Art "Huckepack"-Lösung gesucht, um die vorhandenen Chancen und Synergien zu nutzen.

Konkret ergibt sich die gute Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit der "initiative umwelt unternehmen"  (iuu) . Diese ist aus der im Jahre 2003 unter Federführung der Umweltbehörde mit 18 Partnerunternehmen gegründeten "partnerschaft umwelt unternehmen" (puu) hervorgegangen. Die 'puu' hat heute bereits 96 Partner mit mehr als 55.000 Beschäftigten. Die meisten großen Arbeitgeber in Bremen haben sich inzwischen der Partnerschaft angeschlossen und sind über deren Kommunikationsstrukturen erreichbar (Liste der Partnerunternehmen  ).

Mit der beim RKW Bremen (Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft - Regionalbüro Bremen) angesiedelten Koordinierungsstelle der 'iuu' konnte eine Vereinbarung getroffen werden, nach der eine enge Zusammenarbeit der Netzwerke - zum beiderseitigen Vorteil - möglich wird. Die Koordinierungsstelle der 'iuu' unterstützt die vielfältigen Angebote des Aktionsprogramms "effizient mobil" und sieht hierin einen sinnvollen Ansatz zur stärkeren Akzentuierung des Themas "Mobilitätsmanagement" im Zusammenhang von Klimaschutz und aktiver Umweltpolitik. Da in die 'iuu' auch die Handelskammer Bremen, die Bremer Investitionsgesellschaft (BIG) und die Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung (BIS) eingebunden sind, bietet sich für "effizient mobil" in der Kooperation eine große Chance. (Flyer der iuu   und der puu ).

Im Weiteren sollen folgende Gruppen - v.a. hinsichtlich der Beteiligung an Wettbewerben und für die Wahrnehmung von Beratungsangeboten - gezielt angesprochen werden, die sich bereits in irgendeiner Form aktiv für Mobilitätsbelange interessiert gezeigt oder sich in diesem Bereich engagiert haben:

  • Unternehmen, Behörden und Institutionen, die sich in den letzten Jahren und aktuell an den Wettbewerben im Rahmen der Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" beteiligt haben (Gemeinschaftsaktion des ADFC LV Bremen und der AOK Bremen/Bremerhaven)
  • Unternehmen und Behörden, die sich an der "Aktion Firmenfahrrad" beteiligen (eine Aktion der "puu" in Kooperation mit Fahrradhandel, Taxiruf Bremen und ADFC LV Bremen)
  • Unternehmen, die als Mitglieder von Cambio Bremen Car-Sharing im betrieblichen Fuhrpark nutzen
  • Unternehmen, die sich am Job-Ticket beteiligen (koordiniert von der Handelskammer Bremen und dem VBN)