Die Region Aachen
Die Region Aachen ist ein international geprägter Standort im Herzen Westeuropas. Sie hat sich dabei in den vergangenen 30 Jahren von einer altindustrialisierten Montanregion zu einer international bedeutenden Forschungs- und Technologieregion gewandelt. Technologieverfügbarkeit, die verkehrsgünstige Lage im Zentrum der europäischen Kaufkraft und die Internationalität sind die prägenden Standortmerkmale.
Durch bedeutende Forschungseinrichtungen und herausragende Forschungsabteilungen der Unternehmen verfügt Aachen gemeinsamen mit den Partnern in der Euregio über die größte Forschungsdichte in Europa. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung liegen weit über den nationalen Durchschnitten.
Aachen wurde durch die Anerkennung der RWTH Aachen als Exzellenzhochschule und die Auszeichnung des Forschers Peter Grünberg vom Forschungszentrum Jülich mit dem Nobelpreis weiter aufgewertet. Der RWTH Campus, der Einbezug der Provinz Limburg in die Kooperation der IHK Aachen mit der RWTH, das E.ON Forschungsinstitut sowie das grenzüberschreitende Cluster ENERGY HILLS sind bedeutende Entwicklungsansätze für die Technologieregion. Vor allem wegen des attraktiven Hochschulstandortes ver-zeichnet die Region Aachen seit Jahrzehnten Wachstumsgewinne durch junge, gut gebildete Menschen. Sie wird daher kurz- und mittelfristig von den negativen Folgen der demografischen Entwicklung weitgehend verschont bleiben.
Die Region Aachen ist integriert in die grenzübergreifende Euregio-Maas-Rhein. Das zusammenwachsende Europa wird auch durch das grenzüberschreitende Gewerbegebiet Avantis gefördert. In Deutschland umfasst der räumliche Zuschnitt des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) neben Stadt und Kreis Aachen auch noch die Kreise Heinsberg und Düren, die auf das Oberzentrum Aachen ausgerichtet sind. Das Gebiet der IHK Aachen beinhaltet zusätzlich noch den Kreis Euskirchen.
Der Kern der Region wird mit der StädteRegion Aachen neu strukturiert. Ab Oktober 2009 wird die StädteRegion den Kreis Aachen vollständig ersetzen. Die 257.000 Einwohner des Oberzentrums Aachen und die 310.000 Einwohner des Kreises werden bei der Kommunalwahl 2009 erstmalig einen gemeinsamen StädteRegionstag und einen StädteRegionsrat wählen (www.staedteregion-aachen.de ). An die neue Gebietskörperschaft werden bestimmte Aufgaben von Stadt und Kreis Aachen übertragen.
Die Stadt Aachen ist u.a. auch bekannt für die Kaiserresidenz Karls des Großen und den von ihm beauftragten Aachener Dom - heutiges Weltkulturerbe -, den Karlspreis, die Heil- und Kureinrichtungen und das Aachener Schwefelwasser, die Öcher Printen, seinen wunderschönen Weihnachtsmarkt, und den Karneval mit der Preisverleihung des "Ordens wider den tierischen Ernst".
Viele Touristen und Einkäufer besuchen die Stadt Aachen und kaufen rund um das mittelalterliche Herz gerne ein. Aachen beherbergt rd. 400.000 Übernachtungsgäste im Jahr. Im Süden grenzt die Region an den neu gegründeten Nationalpark Eifel, der neben einer großartigen Natur mit mehreren Talsperren, mit der Burg Vogelsang über ein wichtiges Zeitzeugnis aus der Zeit des Nationalsozialismus verfügt.
Das Potenzial für effiziente Mobilität in Aachen
Nach Einschätzung der Unternehmen ist die Verkehrsinfrastruktur in der Region Aachen ausgezeichnet, aber auch wesentlich entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit. Ein dichtes Autobahn- und Bundesstraßennetz mit europaweiter Anbindung, attraktive Schienenverbindungen in die Metropolen Brüssel, Paris, Frankfurt und Köln sowie die Anbindung an die Flughäfen Maastricht Aachen, Köln-Bonn und Düsseldorf ermöglichen internationale Handelsbeziehungen.
Von den insgesamt 1,04 Mio. Wegen, die jeden Tag in Aachen beginnen und/oder enden, enden 130.000 am Arbeitsplatz in Aachen. Davon stammt die Hälfte von nach Aachen einpendelnden Personen. Im Berufsverkehr werden ca. 78 % der Wege mit dem Pkw zurückgelegt und rd. 15 % mit öffentlichen Verkehrsmitteln. In diesem Bereich werden die besten Möglichkeiten gesehen, durch den Anteil der Pkw-Alleinfahrten zum Klimaschutz und zur Luftreinhaltung beizutragen.
In der Region Aachen werden v.a. im Oberzentrum Aachen die Alternativen zum Pkw seit vielen Jahren kontinuierlich ausgebaut:
- Aachen verfügt über ein eigenes Verkehrsunternehmen (www.aseag.de ): 2008 nutzten 65 Mio. Fahrgäste die Busse der ASEAG - soviel wie nie zuvor in der Geschichte des ÖPNV in Aachen.
- Die Gründung des Aachener Verkehrsverbundes (www.avv.de ) in den 90er Jahren hat die Grundlage für die Vernetzung der jeweiligen örtlichen öffentlichen Verkehrsangebote und der Eisenbahn geschaffen.
- Mit der Betriebsaufnahme der Euregiobahn (www.euregiobahn.de ) im Jahr 2001 wurde die Attraktivitiät des Nahverkehrs in der Region Aachen deutlich verbessert. Mit modernen und pünktlichen Fahrzeugen wird Aachen und das nördliche sowie östliche Aachener Umland im Aachener Verkehrsverbund erschlossen. Das Netz wird beständig weiter in die Region ausgebaut.
- Nachdem die Straßenbahn in Aachen in den 70er Jahren stillgelegt wurde, sind die Bemühungen in den 90er Jahren, eine Stadtbahn wieder einzuführen, an verschiedenen Widerständen gescheitert. Im Rahmen der aktuellen Planungen der Erweiterung der RWTH Aachen wird wieder intensiv über die Einführung eines schienengestützten Verkehrsmittels in Aachen diskutiert.
- Stadt und Kreis Aachen sind seit einigen Jahren Mitglied im Fahrgemeinschafts-Netzwerk "Pendlernetz NRW". Seit 2009 wird der Nachfolger "Mitpendler" vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr landesweit koordiniert und unter www.mitpendler.de den Pendlern kostenlos angeboten.
- Aachen gehört zu den Gründerstädten des Carsharing. Der Vorgänger des heutigen Anbieters "cambio Aachen" (www.cambio-carsharing.de ) wurde 1990 gegründet. Heute stehen den derzeit rd. 2.400 Kunden mehr als 50 Fahrzeuge an 12 Stationen in Aachen bereit. 2007 wurde eine Möglichkeit geschaffen, Carsharing-Stellplätze auch im öffentlichen Straßenraum anlegen zu können.
- Seit über 10 Jahren wird in Aachen der "Fahrradsommer" ausgerichtet, bei dem jedes Jahr eine neue Route ausgeschildert und beworben wird. Im Jahr 2008 ist es nach langen Jahren gelungen, direkt am Hauptbahnhof eine Radstation einzuweihen. Stadt und Kreis Aachen sind Mitglieder im Netzwerk "Fahrradfreundliche Städte NRW". Derzeit werden die Radverkehrsanlagen im Innenstadtbereich deutlich erweitert.
- Nach der Einrichtung der Fußgängerzonen in den 90er Jahren in der Aachener Innenstadt wird derzeit eine seit langem bestehende Lücke im Zentrum geschlossen.
Neben dem Berufsverkehr soll zukünftig auch versucht werden, mit einem Flottenmanagement-Ansatz Fuhrparks durch eine Nutzung von Carsharing und eine Verlagerung von Dienstreisen auf die Bahn effizienter zu gestalten.
Mobilitätsmanagement in Aachen
Aufgrund der Überschreitung der zulässigen Grenzwerte bei Feinstaub und Stickstoffdioxid musste im Jahr 2008 ein Luftreinhalteplan aufgestellt werden. Die Einrichtung einer Umweltzone würde nach Einschätzung der Aachener Verantwortlichen nur eine geringe Schadstoffreduktion, aber erhebliche Nachteile im Hinblick auf Einkäufer aus den Nachbarländern mit sich bringen. Daher hat man sich in einer großen Arbeitsgruppe dazu entschieden, einen Maßnahmenkatalog im Bereich Mobilität und Energie umzusetzen. Neben der Erneuerung städtischer Fuhrparke, der Einrichtung neuer Schnellbuslinien, einem Ausbau des Radverkehrs gehört hierzu die Schaffung einer neuen Stelle zur betrieblichen Mobilitätsberatung. Diese soll u.a. dazu beitragen, das sehr ambitionierte Ziel zu erreichen, die Zahl der Job-Ticket-Inhaber von derzeit 5.000 auf 15.000 zu verdreifachen. Einen wesentlichen Beitrag hierzu sollen die Aachener Standorte der Landesbehörden und die RWTH Aachen liefern.
Ein Job-Ticket-Pool ermöglicht es seit Januar 2009 auch, dass Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern ein Job-Ticket erhalten können (www.jobticket-avv.de ). Die Umsetzung des Luftreinhalteplanes wird durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit begleitet: Hierzu wurde u.a. das Portal www.mitmachen-durchatmen.de installiert.
Neben den Berufspendlern stellen seit 2006 die Neubürger eine wichtige Zielgruppe des Mobilitätsmanagements dar. Nachdem seit Sommer 2006 ein allgemeines Willkommenspaket unter Beteiligung des Verkehrs an die Neubürger verteilt wird, wird im Frühjahr 2009 ein eigenständiges, individualisiertes "Mobilitätspaket" unter dem Motto "Aachen-Clever-Mobil" getestet, das im Sommer 2009 evaluiert wird.
Darüber hinaus wird im Rahmen anstehender Bebauungsplanungen nach Möglichkeiten gesucht, wie sich Mobilitätsmanagement bereits in der Planungsphase integrieren lässt. Hierzu hat sich die Stadt Aachen bereits an einem Forschungsprojekt des BMVBS, das vom ILS in Dortmund und der RWTH Aachen durchgeführt wurde, als Praxispartner beteiligt.
Das regionale Netzwerk in Aachen
Im Bereich des Radverkehrs stimmen Vertreter von Politik, Stadtverwaltung und Verbänden (ADFC, VCD) in der halbjährlich tagenden Radverkehrs AG seit einigen Jahren wesentliche Schritte und Planungen ab. In gleicher Weise wird die Aufstellung des Nahverkehrsplans fraktions- und akteursübergreifend abgestimmt
Eine Ausweitung der Vernetzung der Akteure im Themenfeld Mobilitätsmanagement fand bereits im Zuge der Erstellung des Luftreinhalteplanes statt. Eine wichtige Vorbildfunktion haben dabei die Stadt Aachen, die Industrie- und Handelskammer Aachen, die Handwerkskammer Aachen und der Einzelhandelsverband Aachen Düren mit der Unterzeichnung einer Luftgütepartnerschaft übernommen. Hierfür werden derzeit weitere Akteure gesucht, die dieser Partnerschaft beitreten.
Ausbaumöglichkeiten bestehen in der stärkeren Vernetzung zwischen der Stadt Aachen und den benachbarten Kreisen. Hierzu werden durch die StädteRegion Aachen die Abstimmungsmöglichkeiten verbessert werden.
Derzeitig besteht eine enge Zusammenarbeit im Bereich der Mobilitätsberatung in Aachen mit den Institutionen:
- Stadt Aachen (u.a. Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen, Fachbereich Umwelt, Presseamt, AachenMarketing)
- Industrie- und Handelskammer Aachen (www.aachen.ihk.de/de/a_z/az_seiteM2.htm )
- Aachener Straßenbahn und Energieversorgungs AG (ASEAG)
- Aachener Verkehrsverbund (AVV)
- Firma "QLeo" als Federführer des Job-Ticket-Pools für Firmen mit weniger als 100 Beschäftigten. (www.jobticket-avv.de )
- cambio Carsharing
- Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr der RWTH Aachen
